Renesas

Profiteur des Chipmangels

Dieses Mal Toyota. Japans Autogigant meldetet die Produktion im September und Oktober weiter drosseln zu müssen. 770.000 Autos werden nicht gebaut. Die Meldungen über Produktionsstopps reißen nicht ab. Der Chip-Mangel zwingt Autokonzerne und Zulieferer rund um die Welt zu Kürzungen. Anleger können von der Misere der Autobranche profitieren, zum Beispiel mit der Aktie des Chiphersteller Renesas.

Zuerst waren es Engpässe wegen Covid, nun wird immer deutlicher, dass der Chip-Mangel einem grundsätzlichen Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage entspringt. Die Zahl der Chips, die in Autos verbaut werden, steigt mit jedem neuen Modell. Konnektivität, Batterie-Steuerung und irgendwann Autonomes Fahren – alle Entwicklungen am Auto der Zukunft verlangen mehr Chips. Nach Berechnungen der Unternehmensberater von Deloitte machen elektronische Teile heute bereits 40 Prozent der gesamten Herstellungskosten aus. Vor 20 Jahren waren es noch 18 Prozent.

Renesas: Japans Chip-Riese

Einer der großen Profiteure ist der japanische Halbleiterkonzern Renesas Electronics. In Deutschland Anlegern am ehesten durch die Übernahme von Dialog Semiconductor bekannt, ist das Kerngeschäft von Renesas der Chip für Autos. Aus dem Zusammenschluss der Halbleitersparten von Hitachi, Mitsubishi Electric und NEC entstanden, ist Renesas heute einer der letzten japanischen Bollwerke der Halbleiterindustrie gegen die Konkurrenz aus Korea und Taiwan.

Zwar stagnieren bei Renesas seit 2017 die Umsätze. Doch die Aussicht auf dauerhaft höhere Margen wegen der großen Nachfrage nach Auto-Chips ließ die Aktie in den vergangenen 12 Monaten um fast 80 Prozent steigen. Aktuell notiert sie kurz vor dem 10-Jahreshoch von 2017. Das macht die Aktie für Kurzfristanleger interessant. Sollte die Marke von 12 Euro überwunden werden, könnte das Momentum die Aktie deutlich weiter beflügeln.

Renesas: Starke Innovationskraft

Aber auch für Langfristanleger hat Renesas einen interessanten Aspekt zu bieten: Eine steigende Innovationskraft im Vergleich zum Wettbewerb. Der Quant IP Innovation Score** zeigt mit einem Wert von aktuell 74 an, dass Aktionäre bei Renesas mehr Innovationskraft pro Euro einkaufen können als bei den meisten anderen Halbleiter-Konzernen. Mehr noch, der Wert blieb auch während der fulminanten Rally der vergangenen 12 Monate stabil. Das bedeutet, die relative Innovationskraft ist genauso stark gestiegen wie der Aktienkurs.

Auffällig bei Renesas sind vor allem die steigenden Investitionen in Forschung und Entwicklung. Sie liegen doppelt so hoch wie noch vor 5 Jahren. Wenn Renesas es schafft, diese Investitionen in neue Produkte und Umsätze zu transformieren, wird der Konzern Langfristanlegern viel Freude bereiten.

Renesas: Fazit

Der akute Chip-Mangel in der Autobranche dürfte noch bis 2022 dauern. Danach werden die Autokonzerne für mehr Versorgungssicherheit viel Geld bezahlen. Renesas ist gut positioniert, davon überproportional zu profitieren. Die Attraktivität der Aktie aus Innovationssicht macht sie für Kurz- und Langfristanleger interessant.

*Diese Analyse der Quant IP GmbH erfolgt im Rahmen eines institutsunabhängigen Erstellers und/oder Weitergebers von Anlagestrategie- und Anlageempfehlungen i. S. d. MAR. Quant IP ist unter anderem Entwickler des Quant IP Innovation Score und Fondsinitiator des Fonds Quant IP Global Patent Leaders (DE000A2P36A8). Hier erwähnte Aktien können im Portfolio des Fonds enthalten sein.

**Der Quant IP Innovation Score ist ein Aktienbewertungssystem, dass die relative Innovationskraft eines Unternehmens gegenüber seinen Wettbewerbern mittels Patentdaten misst und diese ins Verhältnis zur Bewertung der Aktie setzt. Der Score wird monatlich von der Quant IP GmbH berechnet und kann zwischen 100 und 0 liegen. Hohe Werte zeigen an, dass die gemessene Innovationskraft günstiger bewertet ist als bei Wettbewerbern.

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